link Über den Autor:
Tino M. Böhler, M.A.,
Jahrgang 1963,
Redaktionsbüro Dresden,
E-Mail Kontakt
Mobile 0175-5607033

Juli 2011
M D M D F S S
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031

Site search

Neueste Beiträge

Golem.de News

Site search

Categories

Juli 2011
M D M D F S S
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031

Tags

YES am 29. November 2011 um 20 Uhr im Kulti in Dresden – Presented by Semmel Concerts

Sie sind unsere Nachbarn von der Insel. Und sie gehören zu den Wegbereitern des Progressive-Rock, wie wir ihn heute kennen. Keine Frage, YES haben sich ihren Platz in der Musikgeschichte längst gesichert.

Sie sind eine der wenigen Bands, die trotz zahlreicher Umbesetzungen immer wieder aktiv werden und diese Herausforderungen in musikalische Weiterentwicklung umwandeln. Zum einen war das kurz nach der Gründung der Neuzugang von Gitarrist Steve Howe (1970), mit dem 1971 die LP „The Yes Album“ entstand, welche der Formation zu ihrem Durchbruch verhalf. Zum anderen war es 1971 der Wechsel an den Keyboards von Tony Kaye zu Rick Wakeman, der den Sound um klassische Elemente bereichern konnte. Das folgende Album „Fragile“ war ein würdiger Nachfolger und konnte – für eine Album orientierte Band wie YES eher unüblich – mit „Roundabout“ sogar eine recht erfolgreiche Single vorweisen. 1972 folgte dann der bisherige Höhepunkt mit der LP „Close To The Edge“, die noch heute als eines der besten Werke der Band gilt. Während der folgenden Tournee verließ Schlagzeuger Bill Bruford die Band und wurde durch Alan White ersetzt, der der Musik von YES mehr Rockelemente beisteuerte. Nach dem folgenden, sehr experimentellen Album „Tales From Topographic Oceans“, verließ wiederum Wakeman die Band und wurde durch Patrick Moratz ersetzt. Im Anschluss an das darauf folgende „Relayer“ legten YES eine Schaffenspauseein, um sich diversen Soloprojekten zu widmen.

1977 folgte eine Reunion, die allerdings nicht lange anhielt. Die Musik wurde etwas massenverträglicher und die Kompositionen wurden kürzer. Grund dafür war zu einem Großteil sicher die Tatsache, dass Progressive-Rock langsam nicht mehr „In“ war, stattdessen der Punkrock zu florieren begann. Nach dem 1980er Album „Drama“ löste sich die Band erneut auf. Für das 1983 erschienene Album 90125 fanden sich YES ein weiteres Mal zusammen, jetzt in der Besetzung Chris Squire, Alan White, Tony Kaye, Jon Anderson und der neu hinzugekommene Trevor Rabin. Die Singleauskopplung „Owner Of A Lonely Heart“ wurde der größte Erfolg für die Band. Nach einem weiteren Album, „Big Generator“ (1987), verließ Frontman Anderson erneut die Formation. Was nun folgte war eine sehr kuriose Periode in der Bandgeschichte.

Aus den aktuellen und ehemaligen YES-Mitgliedern formten sich 2 Bands, die bis zu einem Gerichtsverfahren beide den Namen YES für sich beanspruchten. Schlussendlich verschmolzen beide Lager zu einem, man nahm ein gemeinsames Album auf und ging zu acht auf Welttournee. 1994 erschien die LP „Talk“, die allerdings die früheren Erfolge nicht wiederholen konnte. Kurze Zeit später kehrte Rabin – zu dieser Zeit kreativer Kopf des Ensembles – der Band den Rücken. Von 2002 bis 2004 fanden sich YES erneut in der am ehesten als „klassische Besetzung“ zu bezeichnenden Konstellation zusammen: Anderson, Howe, Squire, Wakeman und White. Die für 2008 angekündigte Tournee fand aufgrund von Jon Andersons gesundheitlichen Problemen nicht statt.

Was die Faszination von YES ausmacht, ist schwer in Worte zu fassen. Vielleicht ist es die Tatsache, dass es im Grunde keine „Originalbesetzung“ bei diesem Ensemble gibt. Neue Musiker kommen hinzu, alte steigen aus, um zu einem späteren Zeitpunkt zurückzukehren. So hat jedes YES Lineup seinen ganz eigenen Charme, wobei die Fähigkeit, das Publikum mit den Liveversionen der Hits zu begeistern, nie auf der Strecke bleibt. Kein Wunder bei diesen erstklassigen Musikern. Vielleicht ist es aber auch der teilweise symphoniehafte

Progressive-Rock. Durch ihn heben sich YES vom Einheitsbrei überdeutlich ab. Angesichts des unverwechselbaren Sounds reicht oft ein einziger Takt um beim Zuhörer den „YES-Effekt“ auszulösen. Vielleicht liegt der Grund aber auch ganz simpel darin, dass diese Band seit Jahrzehnten Erfolge feiert und zum Soundtrack ganzer Generationen beigetragen hat.

Bei einer Formation von diesem Kaliber ist es beinahe selbstverständlich, dass sie in ihrer über 40 jährigen Bandgeschichte über 30 Millionen Alben verkauft hat. Außerdem haben sich YES den Ruf einer einzigartigen Liveband erspielt und nicht zuletzt das Genre Progressive-Rock entscheidend geprägt.

Die Besetzung bei dieser Tournee besteht aus Steve Howe (Gitarre), Alan White (Schlagzeug), Chris Squire (Bass), Oliver Wakeman (Keyboards) und Benoit David (Gesang). Die beiden ersteren gehörten zum klassischen YESLineup der 70er Jahre. Squire war sogar Gründungsmitglied und Oliver Wakeman ist der Sohn des legendären YES-Keyboarders Rick Wakeman. Benoit David hat sich bisher als Sänger der kanadischen YES-Tributeband „Close To The Edge“ einen Namen gemacht und übernimmt den Job von Jon Anderson, der aus gesundheitlichen Gründen zu einer Pause gezwungen ist. Fans und Kritiker waren bisher gleichermaßen begeistert von den gesanglichen Qualitäten des „Neuen“ und genossen bereits zahlreiche großartige Shows mit den fünf Vollblutmusikern.

Weitere Informationen und Bildmaterial auf www.semmel.de