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Tino M. Böhler, M.A.,
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Chinesen lassen Drossbach fallen – Drama um Maschinenbauer geht in nächste Runde

Vor nicht einmal zwei Monaten war im Online-Portal der Fachzeitschrift PRODUKTION zu lesen „Ende gut, alles gut: Chinesen kaufen Drossbach“. Nichts ist mehr gut, denn seit ein paar Tagen  stehen trotz der Übernahme des Traditionsunternehmens durch das börsennotierte chinesische Unternehmen Dalian Sunlight Machinery Co. Ltd. schon wieder alle Räder still bei Drossbach. Vielleicht für immer.

Schon seit Wochen gibt es keinen Kontakt mehr zum chinesischen Investor, der jede Kommunikation mit Drossbach abgebrochen hatte und auch auf Schreiben nicht mehr reagierte.

Seit Dienstag, 10. Juni 2012, arbeitet niemand mehr beim Rainer Maschinenbauer und Spezialist für Maschinen zur Herstellung von Kunststoff-Wellrohren. Es geht um 34 Arbeitsplätze, die nach dem Engagement der Chinesen gerettet schienen,doch mit der Rettung ist es jetzt vorbei. Dazu Rainer U. Müller, Rechtsanwalt bei der erneut mit der Insolvenz beauftragten Kanzlei anchor Rechtsanwälte: “Der Insolvenzantrag wurde am 10. Juli als Eigenantrag gestellt und die Firma ist geschlossen, alle Mitarbeiter sind diese Woche in Urlaub.“ Wie die Lokalpresse meldete, hänge lediglich ein Schild am Lieferanteneingang: „Geschlossen von 9. Juli bis 13. Juli!“ Wie ist das möglich?
Dem mutigen Einstieg im Frühjahr dieses Jahres durch Sunlight Machinery Co. Ltd folgt jetzt der schäbige Ausstieg durch die Hintertür: Schon seit Wochen gibt es keinen Kontakt mehr zum chinesischen Investor, der jede Kommunikation mit Drossbach abgebrochen hatte und auch auf Schreiben nicht mehr reagierte. Aus dem Vertriebs- und Marketingumfeld war zu hören, dass die Mitarbeiter nicht mehr arbeiten können, da der chinesische Eigner neben einem Einkaufsverbot auch einen Stopp jeglicher Tätigkeiten ausgesprochen hat.

Wie die Lokalpresse meldete, hänge lediglich ein Schild am Lieferanteneingang: „Geschlossen von 9. Juli bis 13. Juli!“ Wie ist das möglich?

Die Zeit steht still bei Drossbach. Höhepunkt diese Sanktionen war eine Verzweiflungstat: Ein Brief von der Vertriebsleitung an alle Kunden von Drossbach, mit dem dramatischen Hinweis, dass b.a.W. keine Aufträge mehr ausgeführt werden, keine Lieferzusagen und auch keine Angebote gemacht werden können – die Reaktion der Kunden, die seit der Übernahme durch die Chinesen immerhin 30 Prozent des Kaufpreises i.H.v. 80.000 bis 100.000 Euro bei Aufträgen anzahlen mussten, möchte man sich am besten überhaupt nicht vorstellen.
Ein leitender Mitarbeiter von Vertrieb und Marketing, der namentlich nicht genannt werden möchte sagte uns: „Die DROSSBACH GmbH ist wegen Arbeitsmangel geschlossen, zunächst mal für eine Woche. Kontakt zum Inhaber gab es seither keinen, es fließt auch kein Geld. Die Krankenkassen durchlaufen bereits ihren zweiten Mahnlauf wegen ausstehender KV-Beiträge – diverse Lieferanten ebenfalls.“ Die Chinesen haben Drossbach fallenlassen und die verbliebenen 34 Arbeitsplätze stehen vor dem endgültigen aus. Rechtsanwalt Rainer U. Müller stellt nüchtern fest: „Woran dies letztlich gescheitert ist, werde ich erst in Erfahrung bringen müssen.“ Das Drama Drossbach geht in die nächste Runde.