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Tino M. Böhler, M.A.,
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SACHSEN ERHÄLT NEUES SOFTWARE-INSTITUT

– Neue Impulse für Industrie 4.0, Cybersecurity und Internet der Dinge erwartet
– Enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Sachsens Hightech-Branchen geplant
– Neuer Schwung für Sachsens Gründungsszene

Dresden. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gründet ein Institut für Softwareforschung und Simulation. Themen dabei sind unter anderem Robotik, Sicherheit und Luftfahrt. Dies hat noch in der Nacht zum 11. November 2016 das sächsische Wirtschaftsministerium verkündet, nachdem am Abend der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages grünes Licht dafür gegeben hat. Trägerorganisation des Institutes ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die Entscheidung zum Standort des neuen Institutes wird der Senat des DLR voraussichtlich am 24. November bei seiner Sitzung bestätigen.

„Das neue Institut ist das Ergebnis des gemeinsamen Engagements der sächsischen Softwarebranche und der sächsischen Landespolitik. Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis“, sagt Heinz Martin Esser, Vorstand des Silicon Saxony e.V. „Wir werden in den nächsten Wochen zügig Arbeitsfähigkeit herstellen, damit wir ab dem nächsten Jahr mit der inhaltlichen Arbeit beginnen können“, sagt Esser. „Entscheidend ist auch, dass das Institut vor allem der Gründungsszene neue Impulse verleiht“, ergänzt Prof. Frank Schönefeld, Mitglied des Vorstandes von Silicon Saxony e.V. „Zudem komplettiert es die Landschaft bedeutsamer Forschungseinrichtungen im Freistaat Sachsen“, so Schönefeld, der auch Chef von Software Saxony ist.

Die Ansiedlung des Institutes ist gleichzeitig ein Beleg dafür, dass Sachsens Software- und Halbleiterbranche in den letzten Jahren immer stärker zusammengewachsen ist. „Mit der Ansiedlung eines neuen Instituts für Softwareforschung wird die wachsende Bedeutung Dresdens als innovativer ITK-Standort in Deutschland deutlich“, ergänzt Dirk Röhrborn, Landessprecher Sachsen des BITKOM e. V.

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Künstlerische Darstellung der Orion-Raumkapsel (Bild: DLR).

Mit der Gründung eines Softwareinstitutes erfüllt sich gleichzeitig eine Handlungsempfehlung der IT-Branchenverbände Silicon Saxony e. V., BITKOM e. V., IT-Bündnis Chemnitz sowie des Clusters IT Mitteldeutschland e. V. In ihrem gemeinsamen Positionspapier „Umschalten. SW-IT-CH. Software und IT-Chancen in Sachsen nutzen“ hatten die IT-Verbände 2014 empfohlen, in Sachsen eine softwarebezogene Forschungseinrichtung von Rang zu errichten, die dem dynamisch wachsenden Softwarestandort Sachsen Rechnung trägt.

Ziel des neuen Dresdner Instituts ist die strategische Plattformforschung und -entwicklung zur Unterstützung der virtuellen Systemfähigkeit in den Bereichen Hardware, Software und Anwendungssysteme. Schwerpunkt ist die Forschung für innovative Technologien bei der anwendungsnahen Umsetzung in den Bereichen Produktionstechnik und Robotik, Systeme und Simulation sowie Virtuelle Realität. Darüber hinaus erhofft man sich Impulse für die Digitalisierung der deutschen Leitindustrien wie die Luft- und Raumfahrt sowie für den Automobil- und Maschinenbau.

Finanziert wird das neue Institut gemeinsam durch Bund und Land. Im aktuell zu beschließenden sächsischen Haushalt 2017/18 sind dafür fünf Millionen Euro pro Jahr vorgesehen. Im Rahmen der Haushaltsverhandlungen des Bundes hat der Haushaltsausschuss beschlossen, zusätzliche Mittel in Höhe von 42 Mio. Euro für sechs neue Institute des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) bereitzustellen. Auf Sachsen entfallen 7,5 Millionen Euro.rosetta-1060

Mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten in der Beschäftigung liegt der Bereich Software und Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) in Sachsen seit 2010 im Dienstleistungssektor und im Industrievergleich unangefochten an der Spitze. Insgesamt sind in Sachsen im Bereich Software/IKT in ca. 1.900 Unternehmen über 31.000 Mitarbeiter beschäftigt, die einen jährlichen Umsatz von mehr als sieben Milliarden Euro erwirtschaften.