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Tino M. Böhler, M.A.,
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Innovationsbranche Intralogistik wächst trotz Nachwuchsmangel weiter:

EU-Staaten beziehen für 6,3 Milliarden Euro Intralogistik aus Deutschland

Der Umsatz deutscher Intralogistik-Hersteller stieg 2007 gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent von 15,9 auf 18,6 Milliarden Euro. „Die Intralogistik-Branche ist damit die größte Branche im deutschen Maschinenbau“, kommentiert Christoph Hahn-Woernle, Sprecher des Forum Intralogistik im VDMA diese Zahlen. Rund die Hälfte der deutschen Intralogistik-Produktion geht in den Export. Wichtigstes Abnehmerland sind die USA mit einem Volumen von 1,06 Milliarden Euro (Zunahme von 19 Prozent). Deshalb beeinflussen die Entwicklungen dieses Marktes angesichts der Bankenkrise, der Rezession und der anstehenden Präsidentschaftswahl die Prognose für 2008. “Wenn wir die Entwicklung in unserer Branche zum Jahresbeginn und die Prognosen der Unternehmen betrachten, können wir für 2008 von einem Umsatzwachstum von acht Prozent ausgehen“, sagte Hahn-Woernle weiter. Die Intralogistik ist in den vergangenen fünf Jahren um rund 50 Prozent gewachsen.

Stichwort Intralogistik

Intralogistik steht für Organisation, Durchführung und Optimierung des innerbetrieblichen Materialflusses und der Logistikströme sowie des Warenumschlags bei Industrie, Handel und öffentlichen Einrichtungen mittels technischer Transport- und Lagersysteme sowie Dienstleistungen. Darüber hinaus integriert Intralogistik den dazu gehörigen Informationsfluss in der Produktion ebenso wie in Warenverteilzentren oder in Flug- und Seehäfen. Die Intralogistik steht auch für Energieeffizienz. Es ist die Aufgabe der Intralogistik, Prozesse effizienter zu machen, Ladekapazitäten vorzuplanen und damit besser zu nutzen, die Touren zu optimieren, Leerfahrten zu vermeiden und Rücktransporte von leeren Mehrwegbehältern effizienter zu machen – beispielsweise durch klappbare und nestbare Ladungsträger. Die Intralogistik hilft damit, Umweltressourcen zu schonen. Diese Herausforderung wächst, je kleinteiliger die Sendungen werden – ein Trend, der nicht aufzuhalten ist.

Die Anbieter von Systemen, Komponenten und Software der Intralogistik-Branche haben sich im Jahr 2004 über ihre Verbände – den VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.) und den Verband für Lagertechnik und Betriebseinrichtungen – zu einer Branche im „Forum Intralogistik“ zusammen geschlossen.

Die 27 EU-Staaten haben 2007 insgesamt für etwa 6,3 Milliarden Euro Intralogistik aus Deutschland bezogen. Dies entspricht einem Zuwachs um 21,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zugenommen hat der deutsche Intralogistik-Export auch nach Russland (Zunahme um 43,4 Prozent), in den Nahen und Mittleren Osten (Zunahme um 25,5 Prozent) sowie nach Indien (Zunahme um 18,1 Prozent) und China (Zunahme um 6,5 Prozent). Nach Einschätzung von Hahn-Woernle gelingt es der deutschen Intralogistik, sich im Zuge der Globalisierung „im Export breiter aufzustellen und nicht mehr zu sehr von einzelnen Märkten abhängig zu machen.“

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau, die Intralogistik, die Fördertechnik – sie alle haben Hochkonjunktur. „Wie bei der Intralogistik stieg auch der Umsatz in der Fördertechnik im vergangenem Jahr um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr.“, sagte Heinz-Helmut Kempkes, Vorstandsvorsitzender des Fachverbandes Fördertechnik und Logistiksysteme im VDMA und Vorsitzender der Fachabteilung Krane und Hebezeuge, Kempkes weiter: „Der Produktgruppenbereich ‚Krane und Hebezeuge’, der mit ca. 40 Prozent den größten Anteil der Fördertechnik einnimmt und einen Umsatzwachstum von 19 Prozent im Jahr 2007 erzielte, nimmt auch die Stellung der bedeutendsten Produktgruppe des Fachverbandes Fördertechnik und Logistiksysteme ein“, so Kempkes.

Insgesamt haben die Unternehmen der deutschen Intralogistik die Zahl der Arbeitsplätze um 4,3 Prozent von 91.000 auf 94.900 gesteigert. „Diese Steigerung hätte weitaus größer ausfallen können, wenn wir nicht so sehr unter dem Nachwuchsmangel leiden würden“, betonte Hahn-Woernle. „Der Mitarbeitermangel ist ein klarer Wachstumshemmer für unsere Branche.“ In den vergangenen fünf Jahren hat die Intralogistik-Branche rund 7.200 Arbeitsplätze geschaffen. „Und auch für die Zukunft haben wir die Erwartung, dass unsere Branche weiterhin Arbeitsplätze schaffen wird. Der VDMA hat das in einer repräsentativen Studie ermittelt: Mehr als die Hälfte der Intralogistik-Unternehmen möchte weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen, 48 Prozent wollen ihren Personalbestand halten und keiner möchte Personal abbauen. Ein Personalaufbau ist allerdings nur dann möglich, wenn wir die erforderlichen Kräfte finden“, gibt Christoph Hahn-Woernle abschließend zu bedenken.

Foto und weitere Infos: www.intralogistik-forum.de, www.viastore.de, www.vdma.de

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