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Tino M. Böhler, M.A.,
Jahrgang 1963,
Geschäftsführer und Inhaber Redaktionsbüro Dresden,
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VDE: Intelligente Heimvernetzung ist die Zukunft des Wohnens

- Neue VDE-Studie zur Heimvernetzung zeigt vielfältige Anwendungsmöglichkeiten durch Vernetzung von Geräten
- Verbraucherumfrage zeigt, dass Akzeptanz der Heimvernetzung weiter gefördert werden muss

Geräte, die miteinander kommunizieren und den Alltag im Haushalt vereinfachen und sicherer gestalten – so sieht die Zukunft des Wohnens im Zuhause 2.0 aus. “Intelligente Heimvernetzung” ermöglicht altersunabhängig selbstbestimmtes Wohnen, senkt den Energieverbrauch und steuert automatisch die gesamte Haustechnik, dies beschreibt die gleichnamige Studie des Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE). Das Zukunftspotential dieser Technologien bestätigt auch die repräsentative Studie des VDE “Verbraucherschutz bei Elektroprodukten”, die unter 1000 Bundesbürgern durchgeführt wurde. 16,7 Prozent der Bundesbürger können sich bereits heute vorstellen, Heimvernetzung in ihrer Wohnung oder in ihrem Haus umzusetzen. Vor allem junge Menschen stehen der Heimvernetzung positiv gegenüber: Für 21 Prozent der Unter-34-Jährigen ist die Möglichkeit, seine elektrotechnischen Geräte im Haus über Display, PC oder unterwegs mobil mittels smart phone zu steuern und zu überwachen, bereits zum jetzigen Zeitpunkt interessant. Bei den Über-55-Jährigen sind es hingegen nur 10 Prozent. 24 Prozent der Bundesbürger würden es als Erleichterung empfinden, den Großteil der elektrotechnischen Geräte im Haushalt nur noch über Bedienungseinrichtung zu steuern.

Fast jeder fünfte Befragte – 19 Prozent – zwischen 35 und 54 Jahren kann sich vorstellen, in den nächsten fünf bis zehn Jahren seinen Wohnraum per Ferndiagnose mit automatischen Alarmsystemen überwachen zu lassen und dafür Geld auszugeben. Darin verdeutlicht sich die Tendenz zur Akzeptanz technischer Systeme zur Alltagsunterstützung. Dennoch müssen die Ängste vieler Verbraucher ernst genommen werden. So stimmen 51 Prozent der Befragten über 55 Jahre der Aussage zu, Bedenken zu haben, die Kontrolle über die neuen Technologien zu verlieren. Bei den unter 34-Jährigen sind dies nur 31 Prozent. Allerdings herrscht noch Skepsis bezüglich der Datenschutzproblematik. 36,9 Prozent der Befragten haben aus Datenschutzgründen Vorbehalte gegenüber der elektronischen Vernetzung im Haushalt.

Intelligente Heimvernetzung beinhaltet  Haustechnik, Steuerung der Haushaltsgeräte, Energiemanagement durch Smart Metering sowie Vernetzung der Consumer Electronic und IT-Netzwerke und letztendlich die Erschließung neuer Dienstleistungen wie Ambient Assisted Living (intelligente Assistenzsysteme) und Telemonitoring.  Unter dem Motto “Die Zeit ist reif” können sich Verbraucher und Fachpublikum von den Möglichkeiten vernetzten Wohnens und Lebens im Zuhause 2.0 auf der IFA (3. bis 8. September 2010 in Berlin) überzeugen. Im Bereich TecWatch, Halle 8.1. präsentiert der ZVEH (Zentralverband der Deutschen Elektro und Informationstechnischen Handwerke) zusammen mit dem VDE und dem ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.) ein komplett vernetztes Haus.

Die demographische Entwicklung und Trends in Richtung zur individualisierten Gesellschaft werden die rasche Marktentwicklung intelligenter Heimvernetzung laut der VDE-Studie “Intelligente Heimvernetzung” begünstigen. Ältere Menschen werden durch entsprechende Technologien in ihren alltäglichen Handlungen unterstützt und können dadurch länger selbstständig in ihrer vertrauten Umgebung leben. Telemonitoring ermöglicht bei Erkrankungen eine Fernbetreuung des Patienten, zum Beispiel bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das zunehmende Umweltbewusstsein der Gesellschaft führt zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Energie. Smart Metering verschafft dem Verbraucher die Möglichkeit einer intelligenten Energieverbrauchsteuerung in seinem Haushalt. Zukünftig werden Haushaltsgeräte dann Strom vom Netz ziehen, wenn er besonders günstig ist. Wärmepumpen und Batterien von Elektroautos lassen sich zum Speichern und Glätten von Lastspitzen ins Netz einbeziehen.

Die intelligente Heimvernetzung steigert damit den persönlichen Komfort sowie die Sicherheit und verbessert die Kommunikationsmöglichkeiten. Smart Home, die neue Generation der Haussteuerung, steuert Licht, Rollläden, Jalousien, Heizung und Klimatisierung automatisch und hilft damit den Bewohnern, ihren Alltag komfortabel und bequem zu gestalten. Zukünftig verbindet die Haussteuerung die komplette Gebäuderegelung mit nützlichen Informations- und Entertainmentfunktionen. Hierbei steht insbesondere die Verbesserung der Kommunikationsmöglichkeiten im Mittelpunkt. Bis 2014 werden 75 Prozent der deutschen Haushalte mit Hochgeschwindigkeitsnetzen ausgestattet sein. Daneben steigt der Konsum von Consumer Electronic, also Flachbildschirmen, Digitalkameras, Spielekonsolen und anderen Geräten.

Weitere Infos: http://www.vde.com

Deutschland hat massive Nachwuchsprobleme bei Ingenieuren

Deutschland hat einer Studie zufolge ein massives Nachwuchsproblem bei Ingenieuren. In keinem wichtigen Industrieland Europas rücken so wenige Ingenieure von der Universität auf den Arbeitsmarkt nach, wie aus einer Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervorgeht. Zu wenige Frauen entscheiden sich demnach für ein Ingenieursstudium, zu wenige ausländische Absolventen bleiben im Land.

Auf 1000 erwerbstätige Ingenieure kamen hierzulande 2007 laut Studie 35 Absolventen von der Hochschule. In Frankreich waren es mit 73 mehr als doppelt so viele. In Spanien kamen auf 1000 erwerbstätige Ingenieure sogar 90 Absolventen, in Italien 147, in Polen und in Tschechien jeweils mehr als 200. Die Zahlen seien auch deshalb alarmierend, weil kein europäisches Land so sehr von gut ausgebildeten Ingenieuren abhängig sei wie Deutschland, dessen Wohlstand von den Exportbranchen Maschinenbau, Autobau oder Chemie abhänge.

In Deutschland arbeiten der Studie zufolge bisher so viele Ingenieure wie in fast keinem anderen europäischen Land. 3,1 Prozent der Erwerbstätigen hierzulande zählen zu dieser Berufsgruppe, nur in Finnland ist die Quote etwas höher. Dennoch fehlten im Juli 2010 knapp 37.000 Ingenieure. Nicht einmal jeder vierte Ingenieur hierzulande sei jünger als 35 Jahre. In Spanien oder Irland hingegen gehört den Angaben zufolge jeder zweite Ingenieur zu den Jüngeren.

Ein Grund für die geringe Zahl junger Ingenieurs-Nachrücker in Deutschland sei, dass viele ausländische Studenten nach ihrem Abschluss nicht in Deutschland blieben. Der Anteil ausländischer Ingenieursstudenten hierzulande liegt demnach bei 15 Prozent, das sind drei Prozent mehr als im europäischen Durchschnitt. Oft verließen diese Absolventen das Land allerdings wieder, häufig wegen bürokratischer und rechtlicher Hindernisse.

Zudem entschieden sich zu wenige Frauen in Deutschland für den Beruf des Ingenieurs. So liege die Frauenquote bei den Ingenieuren hierzulande bei 15 Prozent. In Schweden seien dagegen rund ein Viertel der Ingenieure weiblich. Hinzu komme, dass die Quote der Studienabbrecher in den betreffenden Fächern in Deutschland weiter relativ hoch sei.

Manufacturing Integration & Intelligence: Im Zusammenspiel mit MES auf einem besseren Weg!

Gastbeitrag von Herrn Ing. Mag. Herbert Parnreiter, Geschäftsführung Industrie Informatik, Linz,Österreich

Manufacturing Execution System schließt Lücke in der Fertigung

Je näher man die Fertigung betrachtet, umso schwächer ist – nach wie vor – die Durchdringung mit IT. In nahezu allen produzierenden Unternehmen ab einer gewissen Größe sind heute ERP-Systeme erfolgreich im Einsatz. Sie liefern die dispositiven Leitplanken für das Unternehmen und geben der Fertigung richtige Bedarfsmengen und -zeitpunkte vor. Auch der Maschinenpark ist heute meist hoch automatisiert. Komplexe Maschinen oder Anlagen ohne prozessnahe IT sind mittlerweile unvorstellbar. Doch zwischen Maschine und ERP klafft heute in vielen Unternehmen noch immer eine große Lücke. Unzählige Excel-Tabellen können hier auf Grund des hohen Arbeitsaufwandes bei gleichzeitig oft unbefriedigenden Ergebnissen bestenfalls ‚Lückenfüller’ und nicht dauerhafte Lösung sein. Manchmal unstabile, unsichere Datenbeschaffung und Abhängigkeiten vom Autor sprechen ebenfalls nicht für diese Übergangslösung.

Innovative Fertigungsunternehmen haben vor 30 und mehr Jahren begonnen, durch die Einführung von Systemen zur Betriebsdatenerfassung Transparenz in die Produktion zu bringen. Auch die Maschinendatenfassung hat eine lange Tradition. Mitte, Ende der 90er Jahre setzte das IT-Unternehmen IDS Scheer mit seinem Fertigungsleitstand für die Feinplanung der Produktion neue Maßstäbe für den Einsatz von IT in der Fertigung. Als Dachbegriff für all diese Anwendungen entstand in den folgenden Jahren das Kürzel MES, sprich: Manufacturing Execution System. Hierunter wurden auch weitere produktionsnahe Funktionalitäten gefasst. Gute MES-Lösungen wie etwa cronetwork der Industrie Informatik bieten heute durchgehende und integrierte Funktionalitäten für nahezu alle Aufgaben im produktionsnahen Umfeld eines Unternehmens. Diese reichen von der Planung der Maschinenbelegung oder Personaleinsatzplanung über Sicherstellung der Traceability mittels Chargenführung bis hin zur Prozessdatenerfassung.

Natürlich haben alle namhaften MES-Hersteller ihre Lösungen sowohl an ERP-Systeme angedockt als auch an die Maschinenebene. Auch wenn sich in der Praxis diese Lösungen und deren Integration durch Funktionalität und Technologie teilweise gravierend unterscheiden, erfüllen sie heute alle gemeinsam eine Funktion: die Lücke zwischen ERP und der Maschinenebene zu schließen.

Manufacturing Integration & Intelligence soll’s richten

Vor einigen Jahren hat auch SAP dieses Thema für sich entdeckt und ist seitdem mit SAP MII (Manufacturing Integration & Intelligence) im Markt unterwegs. Die Lösung wurde zugekauft und war unter dem Namen des amerikanischen Herstellers Lighthammer eigentlich nur Insidern für Maschinen- und Prozessdatenakquisition ein Begriff. Technisch gesehen war und ist MII eine Java-Anwendung, die heute auf SAP NetWeaver läuft. Von der Funktionalität her brachte ein MES-Anbieter MII auf eine sehr einfache Formel: MII + BDE = MES. Berücksichtigt man den allgemein anerkannten Funktionsumfang integrierter MES, müsste in der Gegenprobe MII von der Personaleinsatzplanung über Kennzahlenberechnung bis hin zur Langzeitarchivierung von Prozessdaten alles abdecken. SAP definiert MII als Werkzeug für Manufacturing Integration & Intelligence und verweist dabei auf eine Verbund-Anwendungsumgebung, die mit einer Reihe interner Dienste Anwendungen der Manufacturing Integration und Manufacturing Intelligence unterstützt. Im Einzelnen sind dies:

-          Datendienste für den Datenaustausch mit Systemen und Anwendungen in der Fertigung

-          Anwendungsdienste als eine Authoring-Umgebung für Prozesse zur Steuerung und Beeinflussung des Informationsaustausches zwischen der Fertigung und SAP-Transaktionen.

-          Visualisierungsdienste für die Darstellung von Daten- und Anwendungsdienste auf grafischen Benutzeroberflächen

Zwei Szenarien für sinnvolle Einsatzgebiete sind hier denkbar: Einerseits ist die Integration relativ einfacher Prozesse direkt in SAP möglich. Es könnten dies beispielsweise automatisierte Mengenmeldungen zu Fertigungsaufträgen sein, die die Steuerung direkt in SAP verbucht. Der zweite Einsatzbereich beschreibt die Anbindung eines bestehenden MES, das jene Funktionalitäten abdeckt, die MII nicht löst, wie etwa die Feinplanung. MII ist also eher eine Technologie-Plattform und ein Toolset zur Integration als eine fertige Anwendung. Andererseits stellt sich damit die Frage, welcher Nutzen durch die neue Integrationsmöglichkeit für MES-Anwender und -Hersteller ableitbar ist. Führende MES-Hersteller investieren teilweise beträchtliche Beträge in die Entwicklung und Pflege ihrer SAP-Kopplungen. Will ein Hersteller seinen Kunden besonders hohe Funktionalität und Sicherheit bieten, lässt er seine Entwicklungen jährlich von SAP zertifizieren, was neben dem technischen auch ein erheblicher finanzieller Aufwand ist. Insofern ist es nicht nachvollziehbar, wenn der eine oder andere MES-Hersteller die Integration via MII hervorhebt, obgleich all seine MES-Funktionen im Zusammenspiel mit SAP auch ohne MII verfügbar sind.

MES und MII – zusammen unschlagbar

Die direkte Anbindung der Automatisierungsebene etwa zur Übernahme produzierter Mengen in die Rückmeldung direkt in SAP wurde ja oben bereits als ein Anwendungsfall dargestellt. Hier wird MII seiner ursprünglichen Intention folgend als Middleware, als Integrationsplattform ohne eigene Anwendungslogik genutzt. Der Anwender hat eine dem derzeitigen SAP-Standard entsprechende Anbindung der Maschinenebene nahezu in Echtzeit.

Wahrscheinlich wird es nicht oft dabei bleiben, dass von den drei verfügbaren Diensten nur der Datendienst Verwendung findet. Schnell werden die Anwender sich eine Visualisierung wünschen, produktionsnahe Kennzahlen wie OEE oder Kurvenverläufe von Prozessdaten. MII bietet Tools zur Visualisierung, die Berechnungslogiken sind jedoch zu programmieren: die eben zitierten Anwendungsdienste. Hier ist es Aufgabe des Entscheiders, die Grenze zwischen individuellem Programmieren dieser Funktionen und dem Einsatz eines fertigen MES richtig zu ziehen. Zweifelsfrei bietet ein am Markt etabliertes MES eine Summe an Funktionalität, die aus dem Einsatz bei vielen Unternehmen entstanden ist und somit mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die Anforderungen der produktionsnahen Anwender abdeckt. Ist auch die Technologie durch WEB-Fähigkeit zukunftssicher, ist hier ein langfristiger Investitionsschutz gegeben.

Diesen Vorteilen steht manchmal der Nachteil gegenüber, dass klassische MES eben doch eine (Informations-)Welt für sich sind. Benötigt ein Anwender Informationen aus der Ebene des MES und gleichzeitig aus dem ERP, kann dies ein sinnvoller Einsatz von MII sein. In einem Dashboard können Informationen beider Systeme verknüpft und dargestellt werden: So könnte das SAP-System beispielsweise den Kundenauftragseingang je Woche, die Kapazitätsbedarfe aus Planaufträgen und den Work in Progress liefern. Das MES stellt dazu die genaue Informationen aus der Feinplanung zur Verfügung, wie beispielsweise der terminierte und Maschinen zugeordnete Kapazitätsbedarf aus Fertigungsaufträgen, den freigegebenen Auftragsvorrat und den OEE samt Teilfaktoren für Engpass-Arbeitsplätze.

Ein weiteres Anwendungsbeispiel ist die Visualisierung von Prozessdaten. Das alleine kann auch MII, doch immer öfter wird aus Gründen der Nachweispflicht eine Langzeitspeicherung mit dem Kontext zum Fertigungsauftrag verlangt. Dabei können die aus der Steuerung gewonnen Rohdaten nicht unverarbeitet herangezogen werden. 100 Messpunkte im Sekundenintervall abzufragen und das bei nur 10 angebundenen Steuerungen ergibt für drei Schichten fast eine Million Werte, die im Kontext zu den Arbeitsgängen zu verspeichern wären. MII kann dabei die Datenakquisition und Visualisierung im Kurzfristbereich durchführen. Ein MES wie cronetwork jedoch erhält diese Rohdaten und sorgt durch konfigurierbare Logiken und Verdichtungen für die Langzeitarchivierung in Verbindung mit den Auftragsdaten bei vertretbaren Mengengerüsten.

Fazit

Durch den richtigen Einsatz von MII kann ein erheblicher Zusatznutzen generieret werden. Je nach integrativer und funktioneller Anforderung soll entschieden werden, ob der erforderliche Aufwand an Lizenzen und Dienstleistungen gerechtfertigt ist. Je höher die integrativen Ansprüche, um so eher wird dies der Fall sein. Sind auch hohe funktionelle Anforderungen abzudecken, wird der Einsatz

Portfoliomanagement ≠ Projektmanagement, oder: Wer kann es sich leisten, die falschen Projekte richtig zu realisieren?

Gastbeitrag, Autor ist Jörg Rietsch, Geschäftsführer der amanit Unternehmensberatung GmbH, Freiburg

Portfoliomanagement als Methode zur erweiterten Unternehmensführung

Portfoliomanagement ist nicht nur eine Frage der IT, sondern unterstützt die Unternehmensprozesse und die damit verbundenen Entscheidungen zu allen Investitionen und Projekten und entfaltet seinen Mehrwert als Teil der Strategie- und Planungsprozesse, Finanzprozesse (Business Case, Budgetierungs- und Controlling-Prozesse), Projektplanung und –steuerung, Ressourcenplanung, Risikosteuerung und Unternehmenssteuerung.

Portfoliomanagement ≠ Projektmanagement (PM)

Provokativ gesehen hat Portfoliomanagement nichts mit Projektmanagement zu tun. Es existieren teilweise sogar extrem konträre Interessen. Portfoliomanagement möchte den größtmöglichen Nutzen erzielen und Risiken im Gesamtzusammenhang vermeiden. Strategische Ziele, kurzfristig taktische Stossrichtungen und wirtschaftliche Entscheidungen erfordern auch unpopuläre Entscheidungen.  Eine gut gelebte PM-Kultur versorgt das Portfoliomanagement mit stabilen Kennzahlen und Informationen und ist daher ein zusätzlicher Erfolgsfaktor für das Portfoliomanagement.

Portfoliomanagement beantwortet folgende Fragen

  • Wie hoch ist der gesamte „Return on Investment“ (geplant und tatsächlich)?
  • Wie passend wird investiert (aus strategischer aber auch aus wirtschaftlicher Perspektive)?
  • Wie hoch und in welchen Bereichen ist man Risiken ausgesetzt?
  • Welche Möglichkeiten zur Reduktion von Investitionen sind vorhanden?
  • Können Investitionen nutzbringender eingesetzt werden?
  • Was sind die Auswirkungen heutiger Entscheidungen auf die zukünftige Budget- und Kostensituation?

Portfoliomanagement…

  • stellt Kennzahlen zur einheitlichen Bewertung, Priorisierung und Steuerung des Gesamtportfolios zur Verfügung,
  • schafft Transparenz über alle (Projekt-) Investitionen (IT, Organisation, Entwicklung, Maschinen, Immobilien…) und
  • begleitet die Investitionen über den kompletten Lebenszyklus und der Nutzen-Nachverfolgung.

Voraussetzung für erfolgreiches Portfoliomanagement

Die im Portfoliomanagement geschaffene Transparenz sorgt für ein permanentes Spannungsfeld. Dieses gilt es über entsprechende Maßnahmen, Kompetenzen und Aufgaben zu reduzieren. Allen beteiligten muss klar sein, dass der „Portfoliomanager“ im Namen der Geschäftsleitung unterwegs ist und alle Kompetenzen hat Informationen und das „Leben“ der Prozesse einzufordern.

Das Management muss die Ergebnisse aus dem Portfoliomanagement tatsächlich „wollen“. Nicht immer zeigen diese das Wunschdenken der Geschäftsleitung auf. Es gehört also auch der Mut dazu sich den Tatsachen zu stellen und Entscheidungen zu treffen, die das Unternehmen als Einheit weiter bringen.

Kann der Einsatz von Software das Portfoliomanagement unterstützen?

Excel, selbst entwickelte Access-Datenbanken, Workflow- und Dokumentenmanagement Systeme stossen in diesem  dynamischen und multidimensionalen Umfeld sehr schnell an ihre Grenzen. Ein Datawarehouse ist keine Alternative, da sie auf bestehenden Daten zurückgreifen und davon ausgehen, dass stets die gleichen Reports erstellt werden.

Eine professionelle, datenbankgestützte Software löst diese Herausforderungen und passt sich flexibel an die Unternehmensbedürfnisse an.

Risiken und Best of Breed-Ansatz

Überfrachtete und zu komplexe Lösungen werden von Beteiligten als „Ausrede“ für die Nichteinhaltung von Prozessen und Verantwortungen herangezogen. Ein Best of Breed-Ansatz, also die Idee, Spezial-Lösungen mit ihren Stärken einzusetzen und mit wenigen, intelligenten Schnittstellen zu verbinden, kann hier Erfolg versprechender sein, als eine einheitliche Lösung unternehmensweit über alle Hierarchieebenen hinweg auszurollen.

Fazit

Portfoliomanagement als Organisationseinheit und Methode in die Unternehmensprozesse eingebunden liefert einen echten Mehrwert mit der Möglichkeit eine dauerhafte Optimierung der Investitionslandschaft aus strategischer und wirtschaftlicher Sicht zu generieren. Es liefert ergänzende Entscheidungsinformationen aus einer eigenen Perspektive und unterstützt somit die Innovations- und Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens. Wichtig ist es zu erkennen, dass im Portfoliomanagement mit einer gewissen „Unschärfe“ qualitativ hochwertige und fundierte Entscheidungen getroffen werden können. Ein zu hohes Maß an Perfektionismus und Detaillierungsgrad verhindert den Erfolg und den damit verbundenen Nutzen des Portfoliomanagements.

BITKOM: 71 Prozent der Hightech-Firmen erwarten Umsatzplus

  • Jedes zweite Unternehmen stellt zusätzliche Mitarbeiter ein
  • BITKOM fordert wirtschaftsorientierte Netzpolitik und Infrastruktur-Initiative

Im Hochtechnologiesektor hellt sich die Stimmung weiter auf: Die Erwartungen der BITKOM-Branche sind auch im zweiten Quartal 2010 gestiegen. 71 Prozent der Anbieter von Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) rechnen für das laufende Jahr mit Wachstum. Am optimistischsten sind Softwarehäuser und IT-Dienstleister. Aber auch die zuletzt gebeutelten Anbieter von Kommunikationstechnik erwarten zu 62 Prozent steigende Erlöse. „Wir rechnen für 2010 mit einem positiven Geschäftsverlauf, die Nachfrage wird weiter steigen“, kommentiert BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer die neuen Zahlen. 69 Prozent der Unternehmen melden bereits für das zweite Quartal steigende Zahlen. Der BITKOM-Index zur Lage der ITK-Branche machte im zweiten Quartal einen erneuten Sprung um 13 Punkte auf 48 Punkte und liegt nunmehr wieder deutlich über Vor-Krisen-Niveau. Ende 2009 lag er noch bei minus 6 Punkten. BITKOM rechnet für die ITK-Branche in diesem Jahr mit Umsätzen von 140 Milliarden Euro.

Aufgrund der positiven Geschäftsaussichten planen viele Unternehmen Neueinstellungen. 53 Prozent der Firmen wollen ihr Personal im laufenden Jahr verstärken, 30 Prozent möchten es auf dem aktuellen Niveau halten und lediglich 17 Prozent rechnen mit Stellenkürzungen. „Neue Mitarbeiter werden – parallel zum Marktwachstum – vor allem in den Bereichen Software und IT-Services gesucht“, erläutert BITKOM-Präsident Scheer. Derzeit gibt es mehr als 20.000 offene Stellen für ITK-Spezialisten. Jedes dritte Unternehmen gibt an, dass der Expertenmangel seine Geschäftstätigkeit bremst.

Inzwischen hat sich die ITK-Branche auf den vorderen Plätzen innerhalb der deutschen Industrie etabliert. Im Vergleich mit dem Maschinenbau, der Automobil-, Elektro- und chemischen Industrie sowie der Ernährungswirtschaft steht die ITK-Branche auf Platz 1 bei der Bruttowertschöpfung. In Sachen Arbeitsplätze belegt die ITK-Branche den 2. Platz nach dem Maschinenbau – mit 846.000 Beschäftigten im Jahr 2009. „Unser junger Wirtschaftszweig hat in kürzester Zeit herausragende Bedeutung gewonnen“, kommentiert Scheer. „Die BITKOM-Branche wird weiter zulegen.“ In den kommenden Jahren müssen aus Scheers Sicht wichtige Infrastrukturen durch IT intelligent gemacht werden: Verkehrssystem, Energie- und Behördennetze sowie das Gesundheits- und Bildungssystem. Dafür sei eine Infrastruktur-Initiative nach dem Vorbild des Breitband-Ausbaus nötig, die von Politik und Wirtschaft gemeinsam vorangetrieben werde.

Zudem sei eine wirtschaftsorientierte Internet-Politik nötig. Scheer: „Hightech-Politik darf nicht länger ein Spielfeld zur parteipolitischen Taktiererei und kurzfristigen Profilierung Einzelner sein. Wir brauchen einen strategischen Ansatz und den Schulterschluss zwischen den Verantwortlichen. Heute arbeiten oft mehrere Ministerien an denselben Themen, und zahlreiche Gesetze regeln dieselben Fragen der digitalen Welt. Wir brauchen ein einheitliches Konzept.“ Positiv bewertete Scheer die Gesprächsreihe von Bundesinnenminister de Maizière zur Netzpolitik, die vergangene Woche zu Ende ging. „Innenminister de Maizière hat die bisher umfassendste Einschätzung zur Internetpolitik vorgelegt, die von der Bundesregierung bislang zu sehen war. Damit hat er die Grundlagen für die anstehenden politischen Richtungsentscheidungen gelegt.“

Scheer forderte eine Fortsetzung der Debatte um Freiheit und Sicherheit, Anonymität und Verantwortung im Web: „Themen wie Internet-Sperren, Überwachung und Urheberrecht müssen öffentlich breiter diskutiert werden. Der Zuspruch für die Piratenpartei hat gezeigt, dass es an Kompetenzvertrauen in die etablierten Parteien fehlt.“ In einer Umfrage des BITKOM zur Bundestagswahl 2009 hatten sich 60 Prozent der Deutschen gewünscht, dass die Internetpolitik in dieser Legislaturperiode ein wichtiges Thema sein soll. Es waren aber nur 44 Prozent der Ansicht, dass es hierzu in der Politik genügend Sachkenntnis gibt. „Die Parteien sind dringend gefordert, in Sachen Internetpolitik das Vertrauen der Wähler zu gewinnen“, so Scheer.

Weitere Infos: www.bitkom.org